Noch 88 Tage · Wer 2026 ans Netz geht, sichert sich 20 Jahre Einspeisevergütung · 20 Jahre Vergütung sichern →
Dachwert

Wirtschaftlichkeit

Lohnt sich Photovoltaik 2026? Die ehrliche Antwort

Stand: 05.10.2026

In den meisten Fällen ja: Die Verbraucherzentrale sieht Photovoltaik weiterhin überwiegend als wirtschaftlich, vor allem durch hohen Eigenverbrauch. Bei starker Verschattung, geplantem Hausverkauf oder einem überteuerten Angebot kann die Antwort aber auch Nein lauten.

Wann lohnt sich Photovoltaik und wann nicht?

Photovoltaik rechnet sich, weil eine selbst genutzte kWh dich ca. 38 ct Strombezug erspart, während eine eingespeiste kWh nur 7,7 ct (bis 31.12.2026) oder geplant 5,2 ct bringt. Entscheidend ist also, wie viel Solarstrom du selbst nutzt. Die Verbraucherzentrale beschreibt Eigenverbrauch als den wichtigsten Hebel.

Das spricht dafürDas spricht dagegen
Dach ohne starke VerschattungBäume oder Gebäude werfen lange Schatten
Ausrichtung Süd, Ost oder WestNordseite als einzige Fläche
Strom wird tagsüber oder abends genutztVerbrauch sehr gering, kaum Eigenverbrauch
Wärmepumpe oder E-Auto im Haus oder geplantDachsanierung steht in den nächsten Jahren an
Angebot im üblichen PreisrahmenAngebot deutlich über den Durchschnittspreisen
Du bleibst mehr als 15 Jahre im HausHausverkauf in wenigen Jahren geplant

Typische Preise findest du auf der Seite Photovoltaik Kosten. Bei Anlagen, die allen Strom einspeisen, sieht die Verbraucherzentrale in der Regel keine Wirtschaftlichkeit mehr.

Der Nachbar-Vergleich: Du zahlst, er spart

Zwei gleiche Häuser, gleicher Verbrauch (3.700 kWh, ca. 38 ct/kWh). Du hast keine Anlage, dein Nachbar hat 22 Module à 430 Wp (9,46 kWp, ca. 8.600 kWh Ertrag):

Du ohne PVNachbar ohne SpeicherNachbar mit Speicher
Netzbezug3.700 kWhca. 2.590 kWhca. 1.480 kWh
Stromrechnungca. 1.416 €ca. 990 €ca. 570 €
Einspeisevergütung–ca. 580 €ca. 490 €
Netto-Kosten pro Jahrca. 1.416 €ca. 410 €ca. 80 €
Vorteil pro Jahr–ca. 1.000 €ca. 1.350 €
Investition des Nachbarn–ca. 13.300 €ca. 16.400 €

Du zahlst also 118 € im Monat, er nach dieser Schätzung 7 € bis 34 €. Über 20 Jahre wären das brutto ca. 20.000 € beziehungsweise 27.000 € Vorteil, bevor die Anlagenkosten abgezogen sind und ohne Strompreisänderungen. Die Annahmen: Eigenversorgung ca. 30 % ohne und ca. 60 % mit 6-kWh-Speicher, Einspeisung zu 7,7 ct/kWh. Alles Beispielwerte.

Welche Dachausrichtung ist ideal?

Am meisten Jahresertrag bringt in Deutschland ein Dach nach Süden mit etwa 30 bis 40 Grad Neigung. Das Fraunhofer ISE zeigt, wie stark andere Ausrichtungen abweichen (Standort Freiburg, ohne Verschattung):

Ausrichtung (ca. 30° Neigung)Ertrag im VergleichBeispiel 9,46 kWp
Süd99 bis 100 %ca. 8.600 kWh
Südost / Südwest93 bis 94 %ca. 8.000 kWh
Ost / West79 bis 81 %ca. 6.900 kWh
Flachdach, flach aufgelegt84 %ca. 7.200 kWh
Nordca. 56 %ca. 4.800 kWh

Ein Ost- oder Westdach bringt also etwa ein Fünftel weniger, kann aber trotzdem lohnen, vor allem bei hohen Strompreisen und viel Eigenverbrauch. Die Details stehen im Ratgeber Photovoltaik auf dem Ost-West-Dach.

Lohnt sich Photovoltaik ohne Speicher oder mit Speicher mehr?

ohne Speichermit Speicher (6 kWh)
Eigenversorgung (Beispiel)ca. 30 %ca. 60 %
Nutzen pro Jahrca. 1.000 €ca. 1.350 €
Mehrkosten–ca. 3.100 €
Mehrnutzen pro Jahr–ca. 350 €

Der Speicher allein amortisiert sich in diesem Beispiel nach rund 9 Jahren. Die Verbraucherzentrale hält Speicher bei den heutigen Preisen trotz Unsicherheiten fast immer für wirtschaftlich sinnvoll. Weil Speicher laut ihrer Angabe 10 bis 15 Jahre halten, bleibt das Ergebnis knapp und hängt von der Strompreisentwicklung ab. Für eine Anlage ohne Speicher spricht ein geringerer Kapitaleinsatz. Für einen Speicher spricht mehr Eigenverbrauch, der bei sinkender Einspeisevergütung wichtiger wird.

Wie empfindlich ist die Rechnung gegenüber dem Strompreis?

Der Nutzen hängt stark vom Strompreis ab, den du ersparst. Für das Beispielhaus (Eigenverbrauch ca. 1.110 kWh ohne und 2.220 kWh mit Speicher, Einspeisung zu 7,7 ct) ergibt sich:

StrompreisNutzen pro Jahr ohne SpeicherNutzen pro Jahr mit Speicher
33 ct/kWhca. 940 €ca. 1.220 €
38 ct/kWhca. 1.000 €ca. 1.350 €
43 ct/kWhca. 1.050 €ca. 1.450 €

Ein höherer Strompreis verbessert die Rechnung, vor allem mit Speicher. Ein niedrigerer verschlechtert sie, aber nicht dramatisch. Der BDEW nennt für 2026 einen Durchschnitt von 37,0 ct/kWh, der gegenüber dem Vorjahr gesunken ist.

Welche Rechenfehler verfälschen das Bild?

  • Vollertrag mal Einspeisevergütung: Das ergibt Phantasiegewinne, weil du einen Teil des Stroms selbst nutzt und der Rest weniger bringt.
  • Autarkie und Eigenverbrauchsquote vermischen: Das sind zwei verschiedene Kennzahlen (siehe Photovoltaik mit Speicher).
  • Laufende Kosten vergessen: Das Fraunhofer ISE nennt 1 bis 2 % der Investition pro Jahr.
  • Speichertausch ausblenden: Er fällt nach 10 bis 15 Jahren an.
  • Strompreis als Garantie nehmen: Er kann steigen oder fallen.

Wie findest du heraus, ob es bei dir lohnt?

  1. Verbrauch ablesen: Auf der letzten Stromabrechnung steht dein Jahresverbrauch in kWh.
  2. Dach prüfen: Ausrichtung, Fläche und Verschattung, zum Beispiel mit der Dach-Analyse oder einem Solarkataster.
  3. Mehrere Angebote einholen und Preis pro kWp vergleichen.
  4. Mit Eigenverbrauch rechnen, nicht mit Vollertrag mal Einspeisevergütung.
  5. Zeithorizont klären: Bleibst du mindestens so lange im Haus, wie die Amortisation dauert?

Lohnt sich Photovoltaik noch nach dem 31.12.2026?

Nach dem Regierungsentwurf soll die 20-jährige Einspeisevergütung für Neuanlagen ab 01.01.2027 durch eine Übergangszahlung von 5,2 ct/kWh über bis zu 36 Monate ersetzt werden (noch nicht beschlossen, Stand 05.10.2026). Die Einnahmen aus der Einspeisung würden dann kleiner und weniger planbar. Eine Anlage, die viel selbst genutzten Strom liefert, trägt sich weiterhin. Die Zahlen dazu stehen auf der Seite Einspeisevergütung 2027.

Wenn du die Rechnung für dein Dach sehen willst, nutze die kostenlose Dach-Analyse. Sie zeigt dir Dachfläche, Ausrichtung und eine Ersparnis als Spanne.

Quellen

Alle Rechenbeispiele sind Schätzungen mit den genannten Annahmen und kein Angebot. Stand: 05.10.2026.

Häufige Fragen

Lohnt sich Photovoltaik auch bei geringem Stromverbrauch?

Sie kann sich lohnen, aber der Eigenverbrauch ist dann klein und die Einspeisung macht einen größeren Teil des Nutzens aus. Das ist bei neuen Anlagen ab 2027 nach dem Regierungsentwurf deutlich weniger wert. Rechne mit einer kleineren Anlage und lass dir mehrere Angebote machen.

Wie lange dauert es, bis sich eine PV-Anlage amortisiert?

In unserem Beispiel (9,46 kWp, 3.700 kWh Verbrauch) sind es grob 13 Jahre ohne und 12 Jahre mit Speicher, mit laufenden Kosten von 1 bis 2 % der Investition pro Jahr eher 14 bis 18 Jahre. Das ist eine Schätzung. Module halten meist 25 bis 30 Jahre.

Lohnt sich Photovoltaik auf einem Ost-West-Dach?

Oft ja. Ein Ost- oder Westdach bringt nach Daten des Fraunhofer ISE etwa ein Fünftel weniger Jahresertrag als ein Süddach, dafür verteilt sich die Erzeugung auf Vor- und Nachmittag. Mehr im Ratgeber Photovoltaik auf dem Ost-West-Dach.

Lohnt sich ein Speicher?

Er erhöht den Eigenverbrauch deutlich, kostet aber ca. 3.000 bis 5.000 € und hält nach Angaben der Verbraucherzentrale 10 bis 15 Jahre. In unserem Beispiel amortisiert sich der Speicher allein erst nach etwa 9 Jahren. Mehr auf der Seite Photovoltaik mit Speicher.

Lohnt sich Volleinspeisung?

Selten. Die Verbraucherzentrale schreibt, dass Anlagen, die allen Strom einspeisen, in der Regel nicht mehr wirtschaftlich sind. Der Entwurf zum EEG 2027 sieht zudem vor, die Zusatzvergütung für Volleinspeisung abzuschaffen.