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Dachwert

Photovoltaik und Wärmepumpe: Wie gut passen die beiden zusammen?

Stand: 05.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Ja, die Kombination passt gut, aber Solarstrom deckt nur einen Teil des Wärmepumpen-Bedarfs: Die Wärmepumpe braucht den meisten Strom im Winter, wenn die Sonne am wenigsten liefert. Der Vorteil liegt im höheren Eigenverbrauch, denn eine selbst genutzte kWh ist deutlich mehr wert als eine eingespeiste.

Wie viel Strom braucht eine Wärmepumpe?

co2online nennt für Wärmepumpen im Einfamilienhaus einen Stromverbrauch von typischerweise 27 bis 42 kWh pro m² Wohnfläche und Jahr. Die Rechnung dahinter: Strombedarf = Wärmebedarf ÷ Jahresarbeitszahl (JAZ). Bei 10.000 kWh Wärmebedarf und einer JAZ von 3,0 sind das ca. 3.300 kWh Strom.

WohnflächeStromverbrauch der Wärmepumpe (Spanne)
100 m²2.700 bis 4.200 kWh
140 m²3.800 bis 5.900 kWh
180 m²4.900 bis 7.600 kWh

Das sind Richtwerte aus einer Veröffentlichung von 2023. Dein Wert hängt von Dämmung, Vorlauftemperatur und Anlagenart ab. Für unser Beispielhaus (3.700 kWh Haushaltsstrom, 9,46 kWp, ca. 8.600 kWh Ertrag) kämen bei etwa 4.500 kWh Wärmepumpenstrom rund 8.200 kWh Gesamtverbrauch zusammen. Bilanziell entspräche das ungefähr dem Jahresertrag, zeitlich passt es aber nicht.

Wie viel davon deckt Solarstrom?

Die Verbraucherzentrale schreibt, dass Solarstrom vom eigenen Dach einen Teil des Wärmepumpen-Bedarfs decken kann, im Winter aber nicht ausreicht.

JahreszeitSolarertragWärmepumpen-BedarfFolge
Sommerhochgering (Warmwasser)viel Überschuss
Übergangszeitmittelmittelgute Überlappung
WinterniedrighochNetzbezug überwiegt

Deshalb bleibt die Autarkie auch mit Wärmepumpe klar unter 100 %. Vollständige Unabhängigkeit ist laut HTW Berlin mit sinnvoll dimensionierten Speichern nicht möglich.

Was bringt die Kombination wirtschaftlich?

Mit Wärmepumpe wird mehr Solarstrom selbst verbraucht. Das lohnt sich, weil eine selbst genutzte kWh ca. 38 ct Strombezug ersetzt, während eine eingespeiste kWh 7,7 ct (Inbetriebnahme bis 31.12.2026) oder geplant 5,2 ct bringt.

Eine Einschränkung: Wärmepumpenstrom-Tarife sind laut Verbraucherzentrale bei den Netzentgelten rund 7 ct und bei den Konzessionsabgaben rund 1,5 ct je kWh günstiger, wenn die Wärmepumpe einen eigenen Zähler hat. Wer so einen Tarif nutzt, ersetzt mit Solarstrom dann günstigeren Strom, der Nutzen pro kWh kann also etwas kleiner sein als bei normalem Haushaltsstrom.

Der Regierungsentwurf zum EEG 2027 nennt es einen wichtigen Anreiz, neue kleine Solaranlagen konsequent mit Speichern auszustatten und Sektorkopplungstechnologien zu nutzen, weil sie bei hohem Eigenverbrauch oft auch ohne zusätzliche Förderung wirtschaftlich sind. Das Gesetz ist noch nicht beschlossen.

Wie planst du Anlage und Speicher mit Wärmepumpe?

  1. Verbrauch realistisch ansetzen: Haushaltsstrom plus Wärmepumpe, nicht nur den heutigen Wert.
  2. Anlagengröße prüfen: Mehr Dachfläche zu nutzen kann sich lohnen, weil größere Anlagen pro kWp günstiger sind. Wie viele Module passen, steht im Ratgeber Wie viele Module passen auf mein Dach?
  3. Speicher mit Maß wählen: Die HTW-Obergrenze liegt bei 1,5 kWh je 1.000 kWh Verbrauch und 1,5 kWh je kWp. Für unser Beispiel mit 8.200 kWh und 9,46 kWp wären das bis ca. 12 kWh, den kleineren der beiden Werte (12,3 und 14,2 kWh).
  4. Energiemanagement klären: Ein System kann die Wärmepumpe bevorzugt bei Solarüberschuss laufen lassen. Frag, was dein Angebot dazu enthält.
  5. Zähler und Netzbetreiber früh einbeziehen: Ein Wärmepumpenstrom-Tarif braucht einen eigenen Zähler.

Welche Fragen solltest du dem Fachbetrieb stellen?

  1. Wie hoch ist der erwartete Stromverbrauch der Wärmepumpe, und auf welcher Annahme beruht die Zahl (JAZ, Wärmebedarf)?
  2. Welcher Anteil davon kann realistisch mit Solarstrom gedeckt werden?
  3. Welches Energiemanagement ist enthalten, und kann es die Wärmepumpe bei Solarüberschuss ansteuern?
  4. Welches Zählerkonzept ist nötig, wenn ich einen Wärmepumpenstrom-Tarif nutzen will?
  5. Welche Speichergröße empfehlt ihr, und warum nicht kleiner oder größer?

Was ist mit der Frist 31.12.2026?

Die Frist gilt für die Photovoltaikanlage, nicht für die Wärmepumpe. Wer die Einspeisevergütung nach heutigem Recht sichern will, muss die Anlage bis zum 31.12.2026 in Betrieb nehmen (siehe Einspeisevergütung 2027). Ein späterer Wärmepumpen-Einbau ändert die Vergütung der Anlage nicht, erhöht aber später den Eigenverbrauch. Für die Wärmepumpe gelten eigene Förderprogramme mit eigenen Regeln. Informiere dich dazu vor dem Kauf bei KfW und BAFA.

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Kurzfazit

  • Die Wärmepumpe verbraucht typischerweise einige tausend kWh Strom im Jahr, den größten Teil im Winter.
  • Photovoltaik deckt einen Teil davon, nie den ganzen Bedarf.
  • Der Nutzen entsteht vor allem durch mehr Eigenverbrauch statt Einspeisung.
  • Anlage, Speicher und Zählerkonzept sollten zusammen geplant werden.

Quellen

Alle Rechenbeispiele sind Schätzungen mit den genannten Annahmen und kein Angebot. Stand: 05.10.2026.

Häufige Fragen

Kann Photovoltaik eine Wärmepumpe im Winter allein versorgen?

Nein. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass der Solarertrag im Winter nicht ausreicht, um die Heizung vollständig zu versorgen. Die Anlage kann aber einen Teil des Bedarfs decken und die Heizkosten senken.

Brauche ich mit Wärmepumpe einen größeren Speicher?

Der Jahresverbrauch steigt, damit auch die Obergrenze nach der HTW-Regel von höchstens 1,5 kWh je 1.000 kWh Jahresverbrauch und höchstens 1,5 kWh je kWp. Größer ist aber nicht automatisch besser. Die Details stehen auf der Seite Photovoltaik mit Speicher.

Funktioniert ein Wärmepumpenstrom-Tarif zusammen mit Photovoltaik?

Der Tarif setzt laut Verbraucherzentrale einen eigenen Zähler für die Wärmepumpe voraus. Wie sich das mit Solarstrom-Eigenverbrauch kombinieren lässt, hängt vom Zählerkonzept ab. Kläre das mit Netzbetreiber und Fachbetrieb, bevor du bestellst.

Soll ich zuerst die Photovoltaikanlage oder die Wärmepumpe einbauen?

Das hängt von deiner Heizung und deinem Budget ab. Für die Photovoltaik gilt die Frist 31.12.2026, wenn du die bisherige Einspeisevergütung sichern willst (Gesetzentwurf zum EEG 2027, noch nicht beschlossen). Plane die Anlage so, dass sie den späteren Mehrverbrauch mit abdeckt. Das ist keine Entscheidungshilfe für deinen Einzelfall.